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Polyvinylchlorid
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Polyvinylchlorid (Kurzzeichen PVC) ist ein thermoplastisches Polymer, das durch Kettenpolymerisation aus dem Monomer Vinylchlorid hergestellt wird. PVC ist nach Polyethylen und Polypropylen das drittwichtigste Polymer fĂŒr Kunststoffe.

Die PVC-Kunststoffe werden in Hart- und Weich-PVC unterteilt. Hart-PVC wird beispielsweise zur Herstellung von Fensterprofilen, Rohren und Schallplatten verwendet. Weich-PVC enthĂ€lt Weichmacher, die zu einem elastischen Verhalten des Materials fĂŒhren. Es wird beispielsweise fĂŒr Kabelummantelungen, Spanndecken und BodenbelĂ€ge verwendet.

Contents

‱ Geschichte
‱ E-PVC
‱ S-PVC
‱ M-PVC
‱ Additive
‱ Weichmacher
‱ Verwendung
‱ Deponierung
‱ Recycling
‱ Bestimmung
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Der französische Chemiker Henri Victor Regnault war 1835 der erste, der im Gießener Laboratorium von Justus von Liebig Vinylchlorid herstellte und bemerkte, dass sich daraus bei lĂ€ngerer Einwirkung von Sonnenlicht ein weißes Pulver – Polyvinylchlorid – bildete, konnte die Bedeutung seiner Entdeckung jedoch nicht erkennen.

1912 entwickelte Fritz Klatte bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron die Synthese von Vinylchlorid aus Ethin und Chlorwasserstoff. Auch er setzte GlasgefĂ€ĂŸe mit Vinylchlorid und verschiedenen ZusĂ€tzen dem Sonnenlicht aus. Er legte damit die Grundsteine fĂŒr die Herstellung von PVC. 1913 patentierte Klatte die „Polymerisation von Vinylchlorid und Verwendung als Hornersatz, als Filme, KunstfĂ€den und fĂŒr Lacke“.cite-ref-2[2] MarktfĂ€hige Produkte wurden jedoch nicht entwickelt.

Mit der Rohstoffknappheit wĂ€hrend und nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Anstrengungen verstĂ€rkt, PVC als Rohstoff zu nutzen, um teure Rohstoffe durch kostengĂŒnstige Materialien zu ersetzen. Es kam jedoch erst Ende der 1920er Jahre zu weiteren Anwendungen. 1928 erfolgte die großtechnische Ausweitung durch Produktion in den USA und 1930 in Rheinfelden (Baden) durch die BASF; 1935 nahm die I.G. Farben die PVC-Produktion auf.

1935 gelang in Bitterfeld (D) die Herstellung von Weich-PVC. Ein Warenzeichen dieser Zeit war Igelit. Erste PVC-Produkte waren Folien und Rohre. Letztere wurden 1935 in Bitterfeld und Salzgitter (D) verlegt. Nach 1945 war PVC der meistproduzierte Kunststoff der Welt. Im Jahr 1948 wurden schließlich Schallplatten aus PVC hergestellt, das den Schellack endgĂŒltig ablöste.

Mit dem Wachstum der chemischen Industrie wurde Natronlauge in immer grĂ¶ĂŸeren Mengen benötigt. Natronlauge wird ĂŒber eine Chloralkali-Elektrolyse aus Natriumchlorid gewonnen. Koppelprodukt ist dabei Chlor. Die Entwicklung der Chlorchemie beruht unter anderem auf dem kostengĂŒnstigen Koppelprodukt, was auch die Produktion und Vermarktung von PVC begĂŒnstigte. Von Kritikern wird PVC als „Chlorsenke“ fĂŒr das Koppelprodukt der Chloralkali-Elektrolyse betrachtet.

In den Vereinigten Staaten wurde der Werkstoff in den 1960er Jahren zu nachchloriertem PVC (Chloriertes Polyvinylchlorid) weiterentwickelt, welches nach DIN mit „PVC-C“, im Ausland auch mit „CPVC“ abgekĂŒrzt wird. Der Massenanteil von Chlor in PVC-C liegt ĂŒber den 56,7 % von PVC und kann bis 74 % aufweisen. Bei höheren Temperaturen ist es korrosionsbestĂ€ndiger und hat bessere mechanische Eigenschaften als PVC, sodass es sich auch zur Herstellung von Rohren fĂŒr die Warmwasserversorgung und mit EinschrĂ€nkungen sogar fĂŒr HeizungskreislĂ€ufe eignet.

Handelsnamen

PVC wurde oder wird unter den Namen Ekadur, Decelith, Gölzalith, Vinidur, Trovidur, Hostalit, Lucalor, Corzan, Glastoferan (PVC-C) und Ekalit, Dekelith, Mipolam, Barrisol (Weich-PVC fĂŒr Spanndecken)cite-ref-3[3], Igelit (Weich-PVC) und Piviacid (Faserstoff-PVC der DDR) vermarktet.

Herstellung

Polyvinylchlorid wird durch radikalische Kettenpolymerisation aus dem Monomer Vinylchlorid (H2C=CHCl) erzeugt:

Im Wesentlichen sind drei verschiedene Polymerisationsverfahren ĂŒblich.cite-ref-kunstcheming1-4-0[4] Die TaktizitĂ€t der Wiederholeinheiten ist bei allen Verfahren hauptsĂ€chlich ataktisch. Der bis etwa 10%ige kristalline Anteil des Polymers hat eine syndiotaktische Struktur.

E-PVC

Das Ă€lteste Verfahren ist die Emulsionspolymerisation (erstmals 1929). Man erhĂ€lt das sogenannte E-PVC. Mit Hilfe von Emulgatoren wird Vinylchlorid als kleine Tröpfchen in Wasser eingerĂŒhrt. Als wasserlösliche Initiatoren werden zum Beispiel Wasserstoffperoxid oder Kaliumperoxodisulfat verwendet. Bei erhöhter Temperatur bilden sich aus den Monomertröpfchen Polyvinylchloridteilchen. Diesen PrimĂ€rteilchen werden bei Unterdruck die nicht umgesetzten Monomere entzogen. Im Produkt verbleiben die eingesetzten Emulgatoren. Das Verfahren kann sowohl kontinuierlich als auch diskontinuierlich durchgefĂŒhrt werden.cite-ref-books-dzgibaaaqbaj-283-5-0[5] Polymerdispersionen aus diesem Verfahren werden u. a. fĂŒr Klebstoffe oder Beschichtungsmittel verwendet.

S-PVC

In einem Autoklaven wird Vinylchlorid unter Druck verflĂŒssigt und mit Wasser versetzt. Durch intensives RĂŒhren wird eine Suspension von sehr kleinen Vinylchloridtröpfchen in Wasser erzeugt. Als Polymerisationsinitiator werden im Monomer lösliche organische Peroxide oder bestimmte aliphatische Azoverbindungen, wie Azobis(isobutyronitril) (AIBN), verwendet. Es handelt sich dabei um eine Suspensionspolymerisation und das entstehende Produkt wird S-PVC genannt.cite-ref-books-dzgibaaaqbaj-283-5-1[5]

In sehr kleinen Mengen werden Schutzkolloide zugesetzt, um ein Verkleben der Tröpfchen im Verlauf der Polymerisation zu vermeiden. Die Körner werden entgast, um nicht umgesetzte Monomere und Wasser zu entfernen. Etwa 90 % der PVC-Herstellung erfolgt auf diesem Weg.

M-PVC

Bei der Massepolymerisation wird die Polymerisation direkt in flĂŒssigem Vinylchlorid mit einem darin löslichen Initiator, meist einem organischen Peroxid, durchgefĂŒhrt. Das Produkt wird M-PVC genannt. Der Umsatz wird nur bis etwa 80 % gefĂŒhrt und das nicht umgesetzte Monomer bei Unterdruck entfernt. M-PVC hat im Vergleich zu E- und S-PVC eine sehr hohe Reinheit. Die eng verteilte KorngrĂ¶ĂŸe liegt bei ca. 100 ”m. Bei Anwendungen, in denen eine hohe Transparenz gefordert wird, wird bevorzugt M-PVC eingesetzt. Gleiches gilt fĂŒr Sterilisationsfolien.cite-ref-books-dzgibaaaqbaj-283-5-2[5]

Hart-PVC und Weich-PVC

PVC wird in Hart-PVC (Kurzzeichen PVC-U, wobei U fĂŒr engl. unplasticized steht) und Weich-PVC, (Kurzzeichen PVC-P, wobei P fĂŒr engl. plasticized steht) unterteilt. Aus Hart-PVC werden Rohre, Profile zum Beispiel fĂŒr Fenster und Pharmazie-Folien hergestellt. Weich-PVC spielt als Kabelisolator eine große Rolle und findet auch in FußbodenbelĂ€gen, SchlĂ€uchen, Schuhsohlen und Dachabdichtungen Anwendung. Weich-PVC enthĂ€lt bis zu 40 Prozent Weichmacher; Hart-PVC enthĂ€lt grundsĂ€tzlich keinen Weichmacher.

Additive

Das an sich spröde und harte PVC wird mit Additiven, in erster Linie Stabilisatoren und SchlagzĂ€h-Modifier, an die verschiedensten Einsatzgebiete angepasst. Die Additive verbessern die physikalischen Eigenschaften wie die Temperatur-, Licht- und WetterbestĂ€ndigkeit, die ZĂ€higkeit und ElastizitĂ€t, die KerbschlagzĂ€higkeit, den Glanz und dienen der Verbesserung der Verarbeitbarkeit. Die Additive sollen in möglichst geringer Konzentration eine hohe Wirkung haben, die Herstellungsprozesse fĂŒr das Kunststoffformteil nicht beeintrĂ€chtigen und dem Produkt die gewĂŒnschte Gebrauchsdauer verleihen. Als SchlagzĂ€h-Modifier werden in der Regel Acrylatpolymere oder chloriertes Polyethylen verwendet. Durch Modifier wird auch die Verarbeitung von PVC verbessert, so wird eine schnellere Plastifizierung von PVC erreicht.

PVC ist ein thermoplastisches Polymer, das im Temperaturbereich von 160 bis 200 °C verarbeitet wird. Bei diesen Temperaturen beginnt ein Zersetzungsprozess unter Abspaltung von Chlorwasserstoff (HCl). Der Zusatz von Thermostabilisatoren (siehe auch ThermostabilitĂ€t (Biologie)) ist notwendig, zugleich verbessern sie die Witterungs- und AlterungsbestĂ€ndigkeit. Wenn das PVC bei der Weiterverarbeitung erhöhten Temperaturen ausgesetzt ist (zum Beispiel durch Heizelementschweißen bei 260 °C), muss das Additivpaket darauf abgestimmt sein. Dazu werden Verbindungen, beispielsweise Stearate oder Carboxylatecite-ref-hevo-6-0[6] auf Basis von Schwermetallen wie Blei, Cadmium, Zinn, Barium/Zink, Calcium/Zink und Calcium/Aluminium/Zink wie Cadmiumstearat oder Bleistearat, eingesetzt.cite-ref-blfuw-7-0[7] (die Metalle fangen im Aufschmelzprozess als „SĂ€urefĂ€nger“ freiwerdendes Chlor ab und bilden Metallchloridecite-ref-wg-8-0[8]). Cadmiumverbindungen als Stabilisator wurden 2001 von der EU verboten, seit 2015 werden in der EU keine Blei-Stabilisatoren mehr verwendet (freiwilliges Minderungsziel).cite-ref-9[9] Derartige metallhaltige Thermostabilisatoren können durch synthetische Mineralien als SĂ€urefĂ€nger wie Hydrotalcit (ein Magnesium-Aluminium-Hydroxycarbonat) ersetzt werden.cite-ref-wg-8-1[8]

Weich-PVC erhĂ€lt seine charakteristische Eigenschaften durch die eingesetzten Weichmacher. Daneben kann Weich-PVC noch Antioxidantien, WĂ€rmestabilisatoren (unterstĂŒtzen die Formgebung) wie Organozinnstabilisatorencite-ref-uba-zinn-10-0[10]cite-ref-hevo-6-1[6] und Flammschutzmittel (beispielsweise Antimontrioxidcite-ref-11[11]) als Zusatzstoffe enthalten.

Phthalatecite-ref-lubw-12-0[12], Bisphenol Acite-ref-lubw-12-1[12] und die in manchen PVC-Artikeln enthaltenen Organozinnverbindungencite-ref-uba-zinn-10-1[10]cite-ref-lubw-12-2[12] gelten als endokrin (hormonell) wirksam, derartige Substanzen beeinflussen die Fortpflanzungs- und Überlebensrate von Amphibiencite-ref-tag-13-0[13] und sogar das Rufverhalten von Fröschen „und zwar so spezifisch, dass alle Substanzen nach ihren Wirkmechanismen klassifiziert und in umweltrelevanten Konzentrationen nachgewiesen werden konnten.“cite-ref-14[14]

Die meist (bei Teichfolien) verwendeten Additive (Phthalate, Bisphenol Acite-ref-15[15], Organozinnverbindungen etc.) sind nur gering wasserlöslich, doch es entstehen entsprechend der jeweiligen Löslichkeit geringe Konzentrationen im Wasser. Aus dem Wasser werden sie wieder zum Teil herausextrahiert, indem sie bei Kontakt mit biogenen Feststoffen an diesen adsorbiertcite-ref-16[16] und dann gemeinsam mit Teichschlamm entsorgt werden. Abgesaugter Bodenschlamm wird ĂŒblicherweise der FlĂ€chenkompostierung als Mulch zugefĂŒhrt. Der Kompost kann dann höhere Gehalte an Weichmacherncite-ref-lubw-12-3[12] und sonstige Additive (Bisphenol Acite-ref-lubw-12-4[12], Tributylzinncite-ref-lubw-12-5[12]) enthalten als das Wasser.cite-ref-17[17] Werden die Additive aus dem Wasser herausextrahiert, so kann das Wasser als Lösungs- und Extraktionsmittel wieder Additive aufnehmen und weiterhin aus der Folie herauslösen. Dadurch stellt sich ein (physikalisches) Gleichgewicht ein.

Weichmacher

→

Hauptartikel

:

Weichmacher

Der Zusatz von Weichmachern verleiht dem Polymer plastische Eigenschaften, wie Nachgiebigkeit und Weichheit. Als Weichmacher werden vor allem PhthalsĂ€ureester eingesetzt. Weniger Bedeutung haben Chlorparaffine,cite-ref-18[18] AdipinsĂ€ureester und PhosphorsĂ€ureester. Die Weichmacher lagern sich bei der thermoplastischen Verarbeitung zwischen die MolekĂŒlketten des PVC ein und lockern dadurch das GefĂŒge. Die nicht chemisch gebundenen Weichmacher, die „bis zu ĂŒber 50 % der Gesamtmasse“cite-ref-deu-19-0[19] ausmachen können, können aus einer Folie herausgelöst werdencite-ref-deu-19-1[19], was auch die Versprödung der Folien nach etwa 10 Jahren bewirkt. Gebrochene PVC-Folie bei alten Folienteichen und Schwimmbecken ist ein Indikator, dass ursprĂŒnglich enthaltene Weichmacher durch Elution (Auswaschung) oder Migration (Weiterwanderung in andere Kunststoffe, Feststoffe oder Mikroorganismen) oder Verdampfungcite-ref-20[20] in die Umwelt gelangt sind.

Weichmacher und Additive können auch (bei Folienteichen) vom PVC in die Kunststoffe der Unterlagsvliese migrieren. Deutlich wirkt sich die Migration bei Schwimmbecken aus, die (zur besseren WĂ€rmedĂ€mmung) aus betongefĂŒllten FormstĂŒcken von expandiertem Polystyrol aufgebaut sind, In solchen FĂ€llen verlangen die Folienlieferanten, dass ein Geotextil-Vlies zwischen PVC-Folie und Polystyrol eingebracht wird (weil sonst GarantieansprĂŒche verlöschen).

Diese Einlagerung ist eine physikalische Aufdehnung der Struktur, sodass trotz der geringen FlĂŒchtigkeit eine Migration und Gasabgabe erfolgt. Dadurch kommt es je nach Anwendungszweck zu einer sorbierten OberflĂ€chenschicht oder auch zur Wanderung des Weichmachers in angrenzende Materialien oder auch durch den Luftraum in benachbarte Substanzen. Produkte auf anderer Basis, die auf Grund wesentlich niedrigerer DampfdrĂŒcke langsamer migrieren, sind deutlich teurer, werden aber zunehmend in Europa eingesetzt. Dazu zĂ€hlen beispielsweise Acetyltributylcitrat und 1,2-CyclohexandicarbonsĂ€urediisononylester. Pulvermischungen aus PVC mit eingearbeiteten Weichmachern und Additiven werden Dry-Blends genannt.

| Weichmacher (Beispiele) | Weichmacher (Beispiele) |
|---|---|
| PhthalsÀureester | Andere CarbonsÀureester |
| Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) | 1,2-CyclohexandicarbonsÀurediisononylester (DINCH) |
| Diisononylphthalat (DINP) | Acetyltributylcitrat (TBAC) |

Bei Verwendung als Teichfolie wird als Alternative EPDM-Folie eingesetzt, die völlig weichmacherfrei und trotzdem gut dehnbar, kĂ€ltetolerant und widerstandsfĂ€hig ist (weitere Vorteile siehe EPDM-Dichtungsbahn#Eigenschaften und Verwendung). Deren Nachteile sind beispielsweise, dass sie nur in schwarz (mit FĂŒllstoff Ruß) oder weiß (nur im englischsprachigen Raum als „EPDM Rubber white“) erzeugt wird und die FĂŒgetechnik der Vulkanisation fĂŒr Laien nicht so einfach ist wie das Warmgasschweißen von PVC.

Eigenschaften

PVC lĂ€sst sich gut einfĂ€rben und nimmt kaum Wasser auf. Es ist bestĂ€ndig gegen einige SĂ€uren und Laugen und bedingt bestĂ€ndig gegen Ethanol, Öl und Benzin. Angegriffen wird PVC unter anderem von Aceton, Diethylether, Tetrahydrofuran (THF), Benzol, Chloroform und konzentrierter SalzsĂ€ure. Hart-PVC lĂ€sst sich gut, Weich-PVC schlecht spanabhebend verarbeiten. Bei Temperaturen von 120 bis 150 °C kann es spanlos verformt werden.

Verbindungen können mit Klebstoffen (Lösungsmittelklebstoffe, Zweikomponentenklebstoffe) oder durch Kunststoffschweißen (verschiedene manuelle und maschinelle Schweißverfahren) hergestellt werden.

Lösungsmittelklebstoffe (sog. Quellschweißmittel) sind meist auf der Basis von THF, dem zur Erhöhung der ViskositĂ€t 10 bis 20 % PVC-Pulver (ggf. nachchloriertes PVC) zugesetzt sind.cite-ref-books-ruidbgaaqbaj-611-21-0[21] Weich-PVC wird auch mit PU-Klebstoffen verklebt, die als Lösungsmittel hĂ€ufig Methylethylketon (MEK), Aceton, Ethylacetat und Methylacetat enthalten.cite-ref-22[22]cite-ref-23[23]

FĂŒr gewöhnliches Hart-PVC (PVC-U) sind eine Anzahl Klebstoffe verfĂŒgbar, die z. B. Cyclohexanon enthalten, wĂ€hrend fĂŒr PVC-C nur wenige spezielle Klebstoffe wie Tangit PVC-C und Griffon HT 120 angeboten werden. HĂ€ufig wird die vorherige Reinigung der KlebeflĂ€chen mit einem zugehörigen lösemittelhaltigen Reinigungsmittel empfohlen.

PVC brennt mit gelber, stark rußender Flamme und erlischt ohne weitere externe Beflammung schnell. Aufgrund des hohen Chlorgehalts ist PVC im Gegensatz zu anderen technischen Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen schwer entflammbar. Bei BrĂ€nden von PVC-Kunststoffen entstehen allerdings Chlorwasserstoff, Dioxine und auch Aromaten.

PVC ist ein guter Isolator. Die Ausbildung von Dipolen und deren stĂ€ndige Neuausrichtung im elektrischen Wechselstrom-Feld fĂŒhrt im Vergleich zu den meisten anderen Isolatoren zu hohen DielektrizitĂ€tsverlusten. Wegen der hohen Festigkeit des Kabelmantels und der guten Isoliereigenschaften sind PVC-Niederspannungskabel fĂŒr die Verlegung unter Putz oder im Freien sehr gut geeignet.

| Eigenschaft | Hart-PVC (PVC-U) | Weich-PVC (PVC-P) | Chloriertes PVC (PVC-C) |
|---|---|---|---|
| Dichte in g/cm³ | 1,38
1,40 | 1,20
1,35 | 1,51 [ 24 ] 
1,64 [ 25 ] |
| WĂ€rmeausdehnungskoeffizient in 10 −6 K −1 | k. A. | k. A. | 60 [ 26 ] ...70 [ 24 ] |
| Schmelzpunkt | Zersetzung oberhalb +180 °C [ 1 ] | Zersetzung oberhalb +180 °C [ 1 ] | |
| Glastemperatur | +79 °C [ 27 ] | | k. A. |
| SchlagzĂ€higkeit in kJ/mÂČ (nach DIN 53453) | gering [ 28 ] , >20 | o. | k. A. |
| KerbschlagzĂ€higkeit in kJ/mÂČ (nach DIN 53453) | 2...75 | o. Br. | 12 [ 24 ] [ 26 ] |
| ElastizitÀtsmodul in MPa Zug-E-Modul (nach DIN 53457) | 1000...3500 | k. A. | 2800 [ 26 ] |
| ElastizitÀtsmodul in MPa Biege-E-Modul bei 23 °C | k. A. | k. A. | 2800 [ 24 ] |
| Wasseraufnahme in 24 Stunden | gering [ 28 ] | gering [ 28 ] | 0,04 % [ 29 ] |
| Löslichkeit | praktisch unlöslich in Wasser [ 1 ] löslich in organischen Lösungs- mitteln (Aceton sowie Ester und Fleckenreinigungsmittel), wenn Molgewicht ≀30 kDa [ 28 ] | wie PVC-U | Ă€hnlich PVC-U |
| Chemische BestĂ€ndigkeit | bestĂ€ndig gegen konzentrierte und verdĂŒnnte Alkalien, Öle, aliph. Kohlenwasserstoffe , Zersetzung durch oxidierende MineralsĂ€uren [ 28 ] | wie PVC-U | bestĂ€ndig gegen konzentrierte und verdĂŒnnte SĂ€uren, Alkalien, Öle, aliph. Kohlenwasserstoffe , nicht bestĂ€ndig gegen Ester, Ketone, chlorierte Kohlenwasser- stoffe, starke Oxidationsmittel. [ 24 ] |
| WÀrmeleitfÀhigkeit in W/(m·K) | gering [ 28 ] | gering [ 28 ] | 0,15 [ 24 ] [ 26 ] |
| Zugfestigkeit in N/mmÂČ (nach DIN 53455) | 50
75 | 10
25 | k. A. |
| Reißdehnung / Reißfestigkeit (nach DIN 53455) | 10
50 % | 170
400 % | k. A. |
| Streckspannung in MPa bei 23 °C | k. A. | k. A. | 55 [ 24 ] 
60 [ 26 ] |
| KugeldruckhÀrte in MPa (10-Sekunden-Wert nach DIN 53456) | 75
155 | k. A. | 110 [ 26 ] |
| spezifischer Durchgangswiderstand (nach DIN 5348) | >10 15 Ω | >10 11 Ω | k. A. |
| OberflÀchenwiderstand (nach DIN 53482) | 10 13 Ω | 10 11 Ω | 10 13 Ω |
| Gebrauchstemperatur | −50 °C bis +60 °C | k. A. | bis +80 °C [ 26 ] 
+93 °C [ 29 ] , kurzzeitig +100 °C [ 26 ] |
| DielektrizitĂ€tszahl Δ r {\displaystyle \varepsilon _{\mathrm {r} }} (nach DIN 53483) bei 50 Hz bei 1 MHz | 3,5 3,0 | 4
8 4
4,5 | k. A. k. A. |
| Kriechstromfestigkeit (CTI) | 600 [ 30 ] | k. A. | k. A. |

Verwendung

Der Vorteil von PVC ist seine Haltbarkeit. Sonnenlicht zersetzt es nicht (sofern genug UV-Stabilisatoren eingearbeitet sind), die mechanischen Eigenschaften werden nicht beeintrÀchtigt. Wasser (auch salziges Meerwasser) und Luft können PVC wenig bis gar nicht zerstören. Deshalb kommt PVC vor allem bei langlebigen Produkten zum Einsatz. Die Produkte sind in den verschiedensten Farben und Dekors herstellbar.

PVC ist sehr preisgĂŒnstig, denn der Rohstoff Chlor ist ein „Zwangsnebenprodukt“ bei der Herstellung von Natronlauge, die wiederum eine der am hĂ€ufigsten verwendeten Labor- und Industriechemikalien istcite-ref-tc-31-0[31] und in der chemischen Industrie fĂŒr so eine Vielzahl von Verfahren benötigt wird (siehe dazu Natronlauge#Verwendung), dass der Bedarf nicht gedeckt werden kanncite-ref-tc-31-1[31]. Chlor wird also im Überschuss produziert und steht (seit dem Niedergang der Chlorkohlenwasserstoffe als Lösungsmittel) im Rang eines billigen Abfallprodukts.cite-ref-32[32] Unter anderem der gĂŒnstige Preis fĂŒhrte zum Boom von PVC-Produkten.

Massives PVC wird beispielsweise bei Garten- und Campingmöbeln und Fensterrahmen eingesetzt. PVC-Rohre setzen sich aufgrund der glatten InnenflÀche weniger zu, Fensterprofile sind pflegeleicht, wartungsarm und witterungsbestÀndig.

PVC-Folien haben verschiedene Anwendungen, z. B. fĂŒr Wasserkerne von Wasserbetten, als Kunstleder oder fĂŒr FolienblĂ€tter/-taschen in Briefmarkenalben, als Teichfolien und Dachbahnen im Bausektor und fĂŒr BodenbelĂ€ge. Kreditkarten u. Ä. bestehen meist aus PVC.

PVC wird oft als schwerentflammbare Kabel-Ummantelung (Isolationsmaterial fĂŒr Elektro-Kabel), als Elektro-GerĂ€tedose und als Einziehrohr fĂŒr Kabel verwendet.

GeschĂ€umtes PVC in Plattenform wird als TrĂ€germaterial fĂŒr Werbemedien, wie ausgeplottete SchriftzĂŒge, Bilder und Grafiken verwendet, vor allem wegen des geringen Gewichts und der einfachen Verarbeitung. Spezielle PrĂ€parationen finden ihren Einsatz bei kĂŒnstlerischen Installationen und Events. Stark weichgemachte PVC-Folien werden als rutschfeste Unterlagen angeboten. PVC-Hartschaum findet in der Faserverbundtechnologie Verwendung als Sandwichwerkstoff. Anwendungsgebiete sind Sportboote und der Waggonbau.

PVC kommt auch in der Pyrotechnik zum Einsatz; genauer gesagt meist als sogenannter 'Chlordonator'. Durch die molekulare Freisetzung von Cl-Ionen wird bei einem pyrotechnischen Satz so die Farbwirkung intensiviert – meist bei blauen Mischungen. Teils wird PVC in der Pyrotechnik auch als Bindemittel eingesetzt.cite-ref-33[33]

In einigen Anwendungsbereichen werden auch andere Kunststoffe wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) mit dem Vorteil eingesetzt, dass die aus Weich-PVC ausdĂŒnstenden (typischer Plastik-Geruch) und gesundheitsschĂ€dlichen Stoffe wegfallen. Auch die dem PVC zugeschriebene SĂ€ure-, Öl- und Seewasser-BestĂ€ndigkeit ist oft nicht erforderlich. Einige UmweltverbĂ€nde raten, den Einsatz von PVC auf wenige Spezialanwendungen einzuschrĂ€nken.

Umweltaspekte, Entsorgung und Recycling

Deponierung

Bis zum Jahr 1989 deponierte man etwa 70 Prozent des Abfallvorkommens. Hart-PVC zersetzt sich nicht und schadet weder Wasser noch Luft, allerdings nimmt es gerade deswegen auf der MĂŒllhalde viel Platz ein. Weiterhin kann keine Prognose getroffen werden, ob das Hart-PVC nicht doch irgendwann durch Mikroorganismen oder chemische VorgĂ€nge angegriffen werden kann. Von den Inhaltsstoffen des Weich-PVC kann man aber mit großer Sicherheit annehmen, dass diese aufgrund ihres Weichmacheranteils das Sickerwasser und somit die Umwelt verschmutzen. Die Deponierung von SiedlungsabfĂ€llen mit Brennwert ist in mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern, wie Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr zulĂ€ssig.

Energetische Verwertung

Aus dem Verbrennungsprozess lĂ€sst sich Energie gewinnen. Der Brennwert mit 26,9 MJ/kg ist im Vergleich zu anderen Kunststoffen wie Polypropylen (PP) mit 52,6 MJ/kg relativ klein.cite-ref-34[34] Wird PVC verbrannt, bildet sich Ă€tzender, gasförmiger Chlorwasserstoff. In MĂŒllverbrennungsanlagen wird dieser beispielsweise mit Kalk in den Rauchgasreinigungsanlagen neutralisiert. Die entstehenden RĂŒckstĂ€nde sind als gefĂ€hrliche AbfĂ€lle eingestuft.

Eine Gefahr geht von schwermetallhaltigen Stabilisatoren wie Bleidistearat aus. Aus diesem Grund werden bei MĂŒllverbrennungsanlagen aufwendige Filtertechniken eingesetzt, die die schĂ€dlichen Emissionen filtern. Damit stehen der Gewinnung von Energie hohe Ausgaben fĂŒr ökologischen Schutz gegenĂŒber.

Recycling

Der Recycling-Code von Polyvinylchlorid ist 03. Beim Recycling unterscheidet man zwischen einer Werkstoff- und einer Rohstoffrecycling-Methode. FĂŒr PVC existiert ein RĂŒcknahmesystem; gesammelt werden vor allem FußbodenbelĂ€ge, Dachbahnen, Fensterprofile, Elektrokabel und PVC-Rohre. Der Auf- und Ausbau von Recyclingstrukturen basiert auf einer Selbstverpflichtung der PVC-Branche (VinylPlus).cite-ref-35[35]

Werkstoffliches Recycling

Thermoplaste lassen sich, einmal zu einem WerkstĂŒck geformt, wieder einschmelzen und zu einem neuen Produkt formen. Die Abfolge von WĂ€rmebehandlungen fĂŒhrt allerdings zu einem fortschreitenden QualitĂ€tsverlust des Materials (Downcycling). Ein Beispiel fĂŒr ein solches minderwertiges Endprodukt ist der Bakenfuß. Die werkstoffliche Verwertung wird daher zurzeit fast ausschließlich dort eingesetzt, wo große Mengen eines sortenreinen Materials zur VerfĂŒgung stehen.

Das grĂ¶ĂŸte Problem bei der Wiederaufbereitung stellen Verunreinigungen dar. KabelabfĂ€lle, bei denen das Kupfer entfernt wurde, sind noch stark verschmutzt und mĂŒssen gereinigt werden, um wieder in einen echten Kreislauf zu gelangen und die QualitĂ€t eines Neumaterials zu erlangen.

Mit dem Verfahren Vinyloop lassen sich mit dem Lösemittel Methylethylketon aus PVC-haltigen Verbundwerkstoffen die PVC-MolekĂŒle und die Weichmacher herauslösen. Nach AusfĂ€llung und Trocknung lĂ€sst sich die Mischung aus den Polymeren und Weichmachern zur Herstellung beliebiger PVC-Produkte verwenden. In Europa bestand hierfĂŒr nur eine Anlage in Ferrara (Italien), die 2018 stillgelegt wurde.

Rohstoffliche Verwertung

Durch Pyrolyse lassen sich Kunststoffe in petrochemisch verwertbare Stoffe wie Methanol oder Synthesegas spalten. Diese Verfahren werden naturgemĂ€ĂŸ vor allem fĂŒr die Verwertung von Mischkunststoffen genutzt, die sich nur unter großem Aufwand trennen lassen wĂŒrden.

Gesundheitliche Gefahren

Der Ausgangsstoff fĂŒr PVC, Vinylchlorid, gilt beim Menschen als krebsauslösend und wirkt erbgutverĂ€ndernd. Als erste Arbeiter in der PVC-Produktion an Deformationen der Fingerendgliedmaßen erkrankten, der sogenannten Akroosteolyse, oder schwere LeberschĂ€den bis hin zu Leberkrebs (HĂ€mangioendothelsarkom) aufwiesen, wurde der Arbeitsschutz bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von PVC verbessert. Die Vinylchlorid-Krankheit wurde von den Berufsgenossenschaften als Berufskrankheit anerkannt.cite-ref-36[36] Auch andere Ausgangsstoffe der PVC-Herstellung sind bedenklich. Die maximale Arbeitsplatzkonzentration fĂŒr PVC in der Atemluft betrĂ€gt 0,3 mg/mÂł.cite-ref-gestis-1-6[1] In der Schweiz liegt der Wert dagegen bei 3 mg/m3 (gemessen als alveolengĂ€ngiger Staub).cite-ref-37[37]

Laut CERLA-Liste der amerikanischen „Agentur fĂŒr giftige Substanzen und Krankheitsregister“, ATSDR, steht Vinylchlorid nach drei Schwermetallen an vierter Stelle der weltweit relevantesten Toxine.cite-ref-38[38] Die ATSDR ist eine bundesstaatliche Umwelt- und Gesundheitsbehörde unter der Aufsicht des US-Gesundheitsministeriums.cite-ref-39[39]

Bei Verbrennung

Bei der Verbrennung von chlorhaltigen Kunststoffen wie PVC entsteht unter anderem der stark Àtzende gasförmige Chlorwasserstoff (HCl). Trifft der Chlorwasserstoff auf Wasser (z. B. Regen) entsteht daraus SalzsÀurecite-ref-40[40]. Ferner entstehen beim Verbrennen auch Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane sowie giftige und teilweise krebserzeugende polykondensierte Aromate wie Benz(a)-Pyren, Pyren und Chrysencite-ref-41[41].

Außerdem kann bei der Verbrennung von PVC in Gegenwart von Metall und Kohlenstoff (z. B. bei Anwesenheit von Holz oder StĂ€uben) das Giftgas Phosgen entstehen.cite-ref-brownje-42-0[42]

Durch enthaltene Weichmacher

Weich-PVC ist durch die enthaltenen Weichmacher je nach Einsatzbereich physiologisch bedenklich. FĂŒr Spielzeuge ist der Einsatz von Weich-PVC problematisch, obwohl es wegen seines gĂŒnstigen Preises und der Eigenschaften verbreitet ist. Trotz des geringen Dampfdrucks können Weichmacher ĂŒber Speichel, Hautkontakt oder die Atemwege in den kindlichen Körper gelangen. Die Phthalatweichmacher sind zum Teil leber- und nierenschĂ€digend und stehen im Verdacht, krebserzeugend zu wirken. Dies ergaben mehrere Untersuchungen, bei denen sich deutliche Spuren im Blut fanden. Diethylhexylphthalat (DEHP) wurde durch eine EU-Arbeitsgruppe im Jahr 2000 als frucht- und fruchtbarkeitsschĂ€digend eingestuft. Weich-PVC mit Phthalatweichmachern wurde in der EU im Jahre 1999 fĂŒr Kleinkinderspielzeug verboten.

„Der menschliche Organismus nimmt PVC-Weichmacher in höheren Mengen auf als bisher angenommen. Besonders gefĂ€hrdet sind Kinder. Die weit verbreiteten Weichmacher Phthalate gelten als höchst gesundheitsgefĂ€hrdend, weil sie in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen und die Fortpflanzung oder Entwicklung schĂ€digen“

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Umweltbundesamt

In Lebensmittelverpackungen ist Weich-PVC problematisch, wenn nicht durch Sperrschichten das Einwandern in die Lebensmittel verhindert wird. FĂŒr fetthaltige Lebensmittel sollte Weich-PVC unbedingt vermieden werden, da Weichmacher gut von Fett aufgenommen werden.

Elution, Migration und Sorption von Weichmachern und anderen Stoffen

Bei der „Wanderung“ von Weichmachern und sonstigen Additiven sind Migration in andere Stoffe (FlĂŒssigkeiten, benachbarte Kunststoff-Folien und -Vliese), die Sorption (Aufnahme von Substanzen in das Polymer) und die Permeation (Transport einer Substanz durch das Polymer) zu berĂŒcksichtigen. Nach dem Fickschen Diffusionsgesetz stellt sich ein Gleichgewicht bei Diffusion aus dem oder in das Polymer ein.

Beispielsweise kommt es zu Interaktion zwischen Arzneimittel (hĂ€ufig organisch, in wĂ€ssriger Lösung) und Infusionsschlauch aus PVC: WĂ€hrend des Kontakts der Infusionslösung mit dem Schlauch geht Arzneimittel in das PVC ĂŒber. Mit zeitlich und lĂ€ngs der SchlauchlĂ€nge fortschreitender SĂ€ttigung einer spezifischen Schichtdicke innen im Schlauch reduziert sich dieser Arzneimittelverlust wĂ€hrend der Durchleitung. Das kann dazu fĂŒhren, dass erst nach einer gewissen Zeit die gewĂŒnschte Arzneimittelkonzentration beim Patienten ankommt.cite-ref-43[43] Styropor in wĂ€rmegedĂ€mmten WĂ€nden eines Schwimmbeckens kann in Kontakt mit PVC-Folie dem PVC Weichmacher entziehencite-ref-44[44], was zu Versprödung und vorzeitigem Bruch der Folie fĂŒhren kann.

Bei der Verarbeitung

Ein Vorteil vom PVC-Teichfolien ist die leichte Schweißbarkeit von (neuen) PVC-Folien, das Verbinden von einzelnen Bahnen durch Warmgasschweißen können auch Laien und ungelernte Hilfsarbeiter schnell erlernen. Dass dabei gesundheitlich gefĂ€hrliche ChlordĂ€mpfecite-ref-ug-45-0[45] oder Dioxine,cite-ref-ug-45-1[45] Benzol,cite-ref-bg-bau-46-0[46] Naphthalin,cite-ref-bg-bau-46-1[46] Phosgen,cite-ref-bg-bau-46-2[46] Toluolcite-ref-bg-bau-46-3[46] oder Xylolcite-ref-bg-bau-46-4[46] und Phthalatecite-ref-bg-bau-46-5[46] entweichen, wird (bei Arbeiten im Freien) hĂ€ufig ignoriert.cite-ref-bg-bau-46-6[46] Bei einer Studie bezĂŒglich Chlorwasserstoff- und Phthalatexposition beim Warmgasschweißen von PVC-Folien auf 72 Baustellen im Freien wurde keine Arbeitsplatzgrenzwert-Überschreitung festgestellt,cite-ref-bg-bau-46-7[46] bei solchen Arbeiten in geschlossenen RĂ€umen (bei anderen Untersuchungen) schon.cite-ref-bg-bau-46-8[46]

Bestimmung

Bei einer Brennprobe riechen die Gase nach Chlorwasserstoff. Beim Verbrennen auf Kupfer fĂ€rbt sich die Flamme grĂŒn (siehe Beilsteinprobe). Bei beiden Verfahren entstehen gesundheitlich bedenkliche chlororganische Verbindungen. Deshalb sollen fĂŒr eine Brennprobe oder Beilsteinprobe (außerhalb der Untersuchungslabore) nur Kleinstmengen benutzt werden.

Literatur

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Weblinks

Commons

: Polyvinylchlorid

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Polyvinylchlorid im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Selbstverpflichtung der europĂ€ischen PVC-Industrie
‱ Material Archiv: Polyvinylchlorid ohne Weichmacher (PVC-U) – Materialinformationen und Bilder

Einzelnachweise

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